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  • AutorenbildAnja Harz

Schule des Lebens

Mein Nachwuchs ist erwachsen und das Thema Schule liegt schon etwas hinter mir. Aber noch immer steigt in mir Würgereiz auf, wenn ich mitbekomme, wenn Eltern mit Lehrern und dem damit verbundenen System der schulischen Bildung in Konflikt geraten. Nicht, weil Noten vielleicht schlecht sind, sondern wenn Kinder anders sind. Lehrer kommen schnell an ihre Grenzen, wenn das Verhalten aus dem (gesellschaftlichen) Rahmen fällt. Und schnell sind auch die Schlagworte, wie ADHS, hyperaktiv, unerzogen, psychisch auffällig und bla bla bla die Hauptargumente im Austausch. Anfänglicher Dialog wird zu sturem Monolog. Es geht vorwiegend um Schuld, weniger um das Kind und Lösungen. In Frage werden Eltern gestellt, nicht das System, nicht die eigene Kompetenz, nicht die alltägliche uns alle betreffende Entwicklung. Dass diese in schulischen Einrichtungen nicht individuell und talentbezogen sein darf, ist längst kein Geheimnis mehr. Auch der Zeit- und Leistungsfaktor steht bei Höher-besser-weiter-nicht aus-dem-Rahmen-fallen-geht-immer. Läge er im gesunden Maße, dann wäre Zeit für Hinterfragen, Toleranz, Mitgefühl und Verstehenwollen. Woraus sich wiederum ein wirkliches Miteinander und soziale Empathie entwicklen könnte. Nicht nur bei Lehrern sondern auch bei anderen Eltern, die teilweise auf die Betroffenen zusätzlich einhauen. Die Zeilen hier richten sich nicht gegen Lehrer. Schule ist ein bereits seit Jahren kränkelndes System, in dem vor allem die Erfahrung im menschlichen Umgang fehlt. Ist Schule nur ein Haus, in dem Zahlen, Fakten, chemische Formeln, literarische Werke in ein paar Gehirnzellen eingetrichtert werden? Man überlege sich den Zeitraum einer schulischen Laufbahn von ca. einer Dekade und das bis zu acht Stunden am Tag. Eine Zeit, in der Eltern keinen Einfluss auf ihre Kinder haben können. Natürlich obliegt die Erziehung ihrer Kinder noch immer Mutter und Vater. Doch Schule trägt aufgrund der Zeit doch einen erheblichen Anteil an der Entwicklung eines Kindes. Ist es da wirklich richtig, die alleinige Verantwortung vor allem im sozialen Bereich auf Eltern zu schieben??? Hier ist doch wohl dringend ein Umdenken erforderlich.

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