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  • AutorenbildAnja Harz

Back to black

Für alle die, die geunkt haben, dass ich wohl auch zu einer Hochzeit in "schwarz" gehen würde... Sie hatten recht.

Mittagspause." Ich geh mal schnell ein Kleid kaufen!""

Ok. Bis morgen!"

Kollege (zur Hilfe) und Wagen fahren vor. Reinspringen und los. "Wohin?" Da ich maximal zwei Stunden für die ungeliebte Zwangssuche eingeplant habe, entscheide ich mich für ein Kaufhaus mit "P und C" in der Namensgebung.

"Siehst du so was wie Verkaufspersonal?"

"Nö!" Kurze Durchfrage. Antwort: "Gehen Sie mal dahinten hin!"

Wir sind dahinten. Doch auch hier fühlt sich niemand zum Helfen genötigt. Schneller Blicktausch und der Startschuss fällt. Mit der Hälfte des Körpers in Abend-, Hochzeits- und Cocktailkleidern höre ich entfernt die Frage: "Was suchst du eigentlich?"

"Was schönes. Aber nicht in schwarz!"

"Kann ich helfen?" Ah, Verkaufspersonal mit Grimasse, die wie Lächeln wirken soll. Ich erkläre kurz, welche Körperteile in zukünftigem Kleid zu sehen und welche eher dem Tageslicht verborgen bleiben sollen. Die Dame nickt eifrig, bringt genau ein Kleid und ist nicht mehr zu sehen. Spricht das jetzt gegen meine Figur oder ihr Verkaufstalent?

Mein Kollege kommt mit einem ganzen Haufen an Stoff in creme, weiß, blau, beige, bunt über dem Arm und scheucht mich aufmunternd zum Umziehen.

Reißverschluss hoch, raustreten, Kommentar abholen, Reißverschluss runter, Kleid auch, nächstes.

"Wo ist hier der Reißverschluss?"

"Das muss nach hinten...!"

"Hilfe, es klemmt..."

"Lass mich das machen!"

"Das geht doch..."

"Nee, ich bin ein Mann. Glaub mir, das geht nicht!"

"Ach du meine Güte, ich sehe aus wie eine Gardine..."

"Ja, vielleicht kannst du hier im Fenster aushelfen."

Die Zeit läuft.

"Ok. Jetzt auch in schwarz. Egal."

Halbnackt (nur ich) und mit offenem Kleid (auch nur ich) ziehen wir erneut die Runde, während ich mich dazu entschließe, dass ich im Falle eines Kaufes den obligatorischen Provisionszettel der zuständigen Verkäuferin in der Luft zerreiße. Treffpunkt: letzter Garderobenständer. Mein Blick fällt auf ein langes schwarzes Kleid, eher unscheinbar. "Probieren kannst du es doch!"

Ich schleiche voraus, nehme noch einmal die Reißverschlusshilfe in Anspruch und drehe mich um. Mein Gegenüber lächelt verschmitzt. Blick in den Spiegel.

Beide: "Das ist es!"

Nach knappen eineinhalb Stunden gehe ich bezahlen und sehe schweigend zu, wie der Provisionsschein der hilfebefreiten Verkäuferin aufgeklebt wird...

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