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  • AutorenbildAnja Harz

Allein

Wenn weder der Verstand noch das Herz funktionieren, weil nichts mehr wirklich Sinn ergibt, hilft nur noch Abstand und der Zustand, vor dem sich wohl die meisten von uns fürchten: allein zu sein. Warten voller Sehnsucht auf den Moment, wo Schmerz in Ruhe übergeht, Fragen ohne Antwort zu einem Haufen bedeutungsloser Buchstaben werden, sich panische Unruhe in Leere verwandelt, um allmählich zu begreifen, dass alles einen Sinn hat und zum Weg gehört. In der Hoffnung, durch Glauben wieder auf den eigenen richtigen Pfad zu finden...

Diese Zeilen sind all denen gewidmet, die wie meine Freundin Judith, deren große Liebe tödlich verunglückte, dennoch an das große Ganze glauben. Jenen, die wie Andreas, mit einer unglaublichen Ruhe so leben, wie sie es für richtig und wertvoll halten, es vorziehen, zu verzichten und alleine zu bleiben, um auf das wirklich richtige Gefühl zu warten. Meiner Mutter, die weiß, dass man die große Liebe nur einmal im Leben findet, sie am Ende gehen lassen muss und man trotzdem auf andere Art weiterleben kann. Allen, die nie aufhören, an Liebe und Glück zu glauben, auch wenn die Wege verschieden sein mögen:

"Ich wünsche dir vor allen Dingen, dass du liebst und liebend wiedergeliebt wirst; doch wenn das nicht klappt, dann verzeih und vergiss schnell. Und ich wünsche dir, dass du beim Vergessen keine schlechten Gefühle in dein Herz einschließt. Wenn es aber so ist, wünsche ich dir, dass du trotzdem glücklich bist, was auch immer Glück für dich bedeutet. Auch sollst du mich immer als Gefährtin in Erinnerung behalten und nicht vergessen, dass du immer eine starke und treue Freundin in mir hast. Du kannst viele Freunde haben, aber ich kann dir versichern, dass es ein Wesen gibt, auf das du dich immer felsenfest verlassen kannst. So ist das Leben, und ich denke, es ist gut so. Türen öffnen sich, während andere sich unwiderruflich schließen, je nachdem, welche Entscheidungen du triffst. Doch deine treue Freundin wird immer für dich da sein und dich nie für deine Taten verurteilen, sondern immer zu deinem Herzen sprechen, was sie denkt. Das betrachte ich als wahre Freundschaft...Und zu guter Letzt: Wenn du eines Tages zu deiner Seelenschwester zurückkehrst, die du zu lieben behauptest, dann...lass dir von ihr zeigen, was wahre, reine Liebe ist - so wie sie dich auch gehen lässt, ohne etwas von dir zu verlangen: eine Liebe frei von allen Ketten..."

Sergio Bambaren, Die Heimkehr des träumenden Delphins


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