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  • AutorenbildAnja Harz

Warm

Es ist ein freier Tag, den ich in meiner, einmal gemeinsamer Lieblingssauna verbringe. Ich mag die Wärme auf der Haut und das entspannende und reinigende Gefühl, das sich nach ein paar Minuten einstellt. Nach jedem Gang mache ich ein paar Züge durchs kalte Wasser und drehe danach in dickem Bademantel eine Runde durch die wunderschöne Außenanlage. Ich atme langsam und tief die klare Luft ein. Erinnerungen ziehen leise und sanft durch meine Gedanken. Bilder, die lange zurückliegen. Auch die damit verbundene Liebe, die hier immer wieder meine Einträge durchzogen hat, vor allem die ersten Beiträge. Mal ganz klar, mal versteckt und unterschwellig. Aber stets begleitend. Es sind Bilder von ungekannter Verbundenheit, einer Hand, die meine hielt, auch in schweren Zeiten, ein Gefühl von Wärme, das gerade zu Beginn ganz ohne Worte und Anwesenheit dieser Person ausgekommen ist und mich immer getragen hat. Eine starke Hand, beschützend, gelenkt von einem klugen, neugierigen und absolut für jeden Quatsch geeigneten Kopf. Und mit leuchtenden Augen, die in den wenigen Momenten nur bei mir zu sein schienen ohne ein Außen und den Rest der Welt. Genauso ist Ankommen, das habe ich damals zum ersten Mal in meinem Beziehungsleben gedacht und dies für unkaputtbar gehalten. Zu keiner Zeit habe ich daran gezweifelt. Aber manchmal ist es so, dass man noch auf den Anfang wartet und das Ende, das sich unaufhaltsam ausdehnt, nicht sehen will und ausblendet. Nach nun über drei Jahren ohne den anderen, einem langen Weg, den Blick und das Herz wieder klar, soll die Wärme diese Person auf ihrem Weg und meine Erinnerungen begleiten. Barfuß gehe ich durch das vom weitergezogenen Regen nasse Gras und lächle leise in mich hinein. Ob ich noch an die Liebe glaube? Natürlich. Was wäre die Welt und das Leben ohne sie. Umgeben von wundervollen Menschen (und Tieren), sind es die einfachen Dinge, die mich leicht und glücklich machen. Das habe ich endlich für mich verstanden. Ich esse noch einen der wunderbar angerichteten Salatteller und mache mich auf den Heimweg. Hierher werde ich wohl nicht mehr kommen, aber auch das ist in Ordnung. Während ich angenehm müde und zufrieden im Auto sitze, entfernt sich langsam diese wunderschöne Region in meinem Rückspiegel und mit ihr auch ein Stück Vergangenheit.

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