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  • AutorenbildAnja Harz

Gut

Ich sitze im 8. Geschoss und sehe aus dem Fenster der kardiologischen Praxis. Ein verzauberter Anblick über das verschneite Regensburg in Abenddämmerung. Die Tür geht auf und eine weitere Schwester betritt das Zimmer. Sie versucht, ganz leise zu reden. Doch ihre Aufregung ist zu groß. Ich kann sie hören: Ein Kind. Vom Krankenhaus nach Hause geschickt. Später mit Notarzt eingeliefert. Intensivstation... Verstorben. Plötzlich ist es still im Raum. Ein kalter Schauer läuft nicht nur mir über den Rücken, während meinem Kind das Langzeit-EKG angelegt wird. Auch draußen herrscht in der sonst so turbulenten Anmeldung entsetztes Schweigen und Fassungslosigkeit. 

Es gibt viele Momente, in denen man das Gefühl hat, nicht genug zu tun, nicht genug zu sein. Viele unverstandene Dinge und Sorgen, denen man scheinbar hilflos gegenübersteht. Verzweifelt, verweint, gemeinsam, manchmal einsam. Ich drücke meinem Nachwuchs die Hand, kuschel ihn in die dicke Jacke und verabschiede mich leise. Uns geht es gut. Danke...

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